Windpark Dreimärker

Der geplante Windpark Dreimärker erstreckt sich über die Gemarkungen der Gemeinden Epfenbach, Spechbach und Lobbach.

Die Planungen starteten mit einer engen Zusammenarbeit zwischen Spechbach und Epfenbach. Gemeinsam wurden Vergabekriterien entwickelt, Projektierer wurden vorausgewählt und über einen detaillierten Kriterienkatalog Angebote zur Flächenvergabe eingeholt.

Nach eingehender Prüfung der Pachtangebote entschieden sich die Gemeinderäte beider Gemeinden im Februar 2022, die Flächen an die Firma ABO Wind zu verpachten. Später schloss sich auch die Gemeinde Lobbach dem Projekt an und brachte eine Fläche für eine weitere Windenergieanlage ein.

Insgesamt sieht die Planung sieben Windenergieanlagen vor:

- Drei Anlagen auf Epfenbacher Gemarkung,
- Drei Anlagen auf Spechbacher Gemarkung,
- Eine Anlage auf Lobbacher Gemarkung.

Die Genehmigungsunterlagen wurden bereits beim Landratsamt eingereicht. Eine Entscheidung über den Antrag wird im dritten oder vierten Quartal des Jahres 2026 erwartet und ist abhängig vom Verfahren zum Teilregionalplan Windenergie in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Aktueller Sachstand

In einem gemeinsamen Gespräch hat der Projektierer ABO Energy uns, also dem Bürgermeister von Spechbach, Werner Braun, dem Bürgermeister von Lobbach, Florian Rutsch, sowie mir als Bürgermeister von Epfenbach, über die aktuelle Situation des Projektierers selbst, aber auch des Projekts „Dreimärker“ informiert. ABO Energy gab an, dass sich insbesondere die Kostenstruktur der Projekte deutlich verändert hat. Die Kosten für Bauleistungen, Elektroinfrastruktur sowie für die Beschaffung der Windenergieanlagen seien deutlich gestiegen. Auch Wartungs- und Produktionskosten der Anlagenhersteller hätten sich erheblich erhöht, so auch bei den vorgesehenen Anlagen des Herstellers Enercon. Daraus resultiert zum Teil auch die ungewisse wirtschaftliche Lage des Projektierers ABO Energy.
Gleichzeitig zu den gestiegenen Errichtungs- und Unterhaltungskosten hätten sich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf der Erlösseite von Windenergieanlagen verschlechtert. Die Vergütungssätze in den Ausschreibungen seien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den vergangenen Runden spürbar gesunken. Während die durchschnittlichen Zuschlagswerte im Jahr 2024 noch bei rund 7,2 Cent pro Kilowattstunde lagen, würden sie sich inzwischen deutlich darunter bewegen. In der Ausschreibung vom August 2025 lagen die Zuschlagswerte beispielsweise nur noch zwischen 6,39 und 6,64 Cent pro Kilowattstunde. Inzwischen rechnet ABO Energy sogar mit Zuschlagswerten zwischen 5,75 und 6,0 ct.
Zudem hat sich der ursprünglich geplante Zeitplan für die Genehmigung durch die Dauer der Aufstellung des Teilregionalplans Windenergie der Metropolregion Rhein-Neckar deutlich verzögert. Ursprünglich wurde mit einer Genehmigung im Herbst 2025 gerechnet.
Vor diesem Hintergrund prüft der Projektierer ABO Energy derzeit verschiedene Anpassungen des Projektes. Dazu gehören insbesondere:

- eine mögliche Ertragsoptimierung durch eine Reduzierung der Anzahl an Anlagen bei einer Beibehaltung der bisher geplanten Standorte. So könnten die verbleibenden Anlagen effizienter betrieben werden und Wake-Verluste (Beeinflussung der Windströmung zwischen den Anlagen) verringert werden.
- eine Kostenoptimierung durch einen möglichen Wechsel des Anlagenherstellers und Anlagentyps,
- sowie eine Überarbeitung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der Flächeninanspruchnahme und der Pachtkonditionen.

Aus heutiger Sicht stellt sich daher eine zentrale Frage:
Kann das Projekt Windpark Dreimärker unter den aktuellen wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen überhaupt umgesetzt werden?
Falls dies grundsätzlich möglich ist, wäre für die weitere Entwicklung des Projekts ein neuer Pachtvertrag mit angepassten Rahmenbedingungen erforderlich.
Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die im bestehenden Vertrag vereinbarten Pachtzahlungen unter den heutigen Marktbedingungen nach Aussage des Projektierers nicht mehr erwirtschaftet werden können und gleichzeitig der aktuell diskutierte Flächenbedarf teilweise über die bislang vertraglich festgelegten Flächen hinausgeht.
Der Wert von Grund und Boden, insbesondere der Wert forstlicher Flächen, muss sich auch künftig angemessen in den Pachtzahlungen widerspiegeln. Eine sorgfältige Abwägung der wirtschaftlichen, ökologischen und kommunalen Interessen wird daher bei uns und in den Gemeinderatsgremien von Epfenbach und Lobbach erfolgen müssen. Ein solches Projekt kann nur dann umgesetzt werden, wenn es für alle Beteiligten tragfähig ist.
Sobald die derzeit laufenden Prüfungen des Projektierers abgeschlossen sind und belastbare Zahlen vorliegen, werden wir entsprechend informieren und das weitere Vorgehen unter Beteiligung der Gremien aus Epfenbach und Lobbach abstimmen.

Weitere Informationen finden sie auf der Projekthomepage von ABO Energy:

https://www.aboenergy.com/de/entwicklung-errichtung/projekte/baden-wuerttemberg/windpark-dreimaerker/index.php

Ihr Bürgermeister
Pascal Wasow

Epfenbach App

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